Deutsch
Ludwig Wittgenstein
„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die
Grenzen meiner Welt.“
Das Fach Deutsch
Der gymnasiale Deutschunterricht ermöglicht durch die intensive Beschäftigung mit Sprache und Literatur kulturelle und ästhetische Bildung sowie Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Er strebt die Erweiterung, Differenzierung und Vertiefung des Vermögens an, die deutsche Sprache in mündlicher und schriftlicher Form als Mittel der Darstellung und Verständigung sowie als Medium und Gegenstand des Denkens und der Erkenntnis zu begreifen und zu gebrauchen. Er verhilft den Schülern dazu, Phantasie auszubilden und Probleme kreativ zu lösen. Damit schafft der Deutschunterricht wesentliche Voraussetzungen für den Unterricht und den Lernerfolg in allen Fächern und Jahrgangsstufen. Auf Grund der intensiven Beschäftigung mit der deutschen Sprache und der Auseinandersetzung mit wertbezogenen Fragen von Individuum, Gesellschaft und Welt bestimmt das Fach Deutsch die Persönlichkeitsbildung wesentlich mit, fördert vernetztes Denken und erfüllt vielfältige fächerübergreifende und integrative Funktionen. Neben der Sprachkompetenz sind Haltungen wie Selbstreflexion, Aufgeschlossenheit für Literatur, kulturelle Identität, Verständnis und Verantwortungsbereitschaft für Mensch und Welt Leitziele des Faches.
Der Lehrplan unterscheidet für alle Jahrgangsstufen sechs Bereiche:
- Sprechen
- Schreiben
- Sprache untersuchen, verwenden und gestalten – Sprachbetrachtung
- Sich mit Literatur und Sachtexten auseinander setzen
- Medien nutzen und reflektieren
- Methoden kennen und anwenden
Dabei bauen die Inhalte eines jeden Bereiches in den aufeinander folgenden Jahrgangstufen jeweils aufeinander auf (sog. Progression). Diese Progression zeigt sich im Bereich des Schreibens an den verschiedenen Schreibformen:

Projekte
Vorlesewettbewerb der 6. Klasse in Deutsch
Der Vorlesewettbewerb der 6. Klassen findet jedes Schuljahr im Dezember statt. Vor dem Jahrgangsstufenentscheid werden in jeder 6. Klasse zwei Klassensieger ermittelt, die gespannt darauf warten, beim Schulentscheid für ihre jeweilige Klasse anzutreten.
Nach der Auslosung der Reihenfolge geht es los: Die Mitschüler aus den 6. Klassen dürfen jeweils abwechselnd bei diesem spannenden Wettbewerb zuhören und die Vorlesenden mit kräftigem Applaus unterstützen.
Beim Vorlesewettbewerb, der von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, initiiert wird und unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht, liest jeder Klassensieger zunächst etwa drei Minuten lang aus einem zu Hause vorbereiteten Text vor. Von „Harry Potter“ über „Pippa Pepperkorn rettet den Winter“ und „Der kleine Hobbit“ bis hin zu „Percy Jackson – Diebe im Olymp“ bringen die Vorlesenden ganz unterschiedliche Wahltexte mit. Auch Klassiker wie „Emil und die Detektive“ oder „Die kleine Hexe“ kommen zu Gehör.
Anschließend lesen alle Kandidaten ungefähr zwei Minuten einen unbekannten Text, den Frau Häuser aus der Buchhandlung Witthuhn vorher auswählt, mitbringt und nach nach dem Wettbewerb unserer Schulbibliothek spendet. So können alle Vorleser und Zuhörer, die auf das Buch neugierig geworden sind, erfahren, wie die Geschichte weitergeht. Herzlichen Dank dafür an Frau Häuser und die Buchhandlung!
Neben deutlicher Aussprache, Betonung, Stimmlage und angemessenem Lesetempo kommt es jedes Jahr auch darauf an, den Text inhaltlich und atmosphärisch richtig zu erfassen. Alle bemühen sich außerdem um eine lebendige und abwechslungsreiche Vortragsweise. Deshalb fällt der Jury die Entscheidung nicht leicht.
Der Sieger der 6. Jahrgangsstufe am Emil hat dann die ehrenvolle Aufgabe, das EvBG im nachfolgenden Februar beim Landkreisentscheid zu vertreten.
Großes Lob gebührt allen Klassensiegern, die so mutig und engagiert für ihre jeweiligen Klassen antreten und ihren Mitschülern spannende und anschauliche Unterhaltung bieten!
Das Gostner Hoftheater Nürnberg am „Emil“
Im Schuljahr 2023/2024 durfte die Fachschaft Deutsch das Gostner Hoftheater Nürnberg zum ersten Mal im Rahmen des alljährlichen Unternehmungstages der Schule bei sich im Haus begrüßen. Die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen sahen sich das Klassenzimmerstück „Name: Sophie Scholl“ von Rike Reiniger an, das die Schauspielerin Johanna Steinhauser aufführte. Begleitet wurde sie von der am Gostner Hoftheater angestellten Theaterpädagogin Amelie Hetterich, einer ehemaligen Abiturientin des „Emil“, die im Anschluss an die Aufführung zusammen mit Frau Steinhauser ein Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern über das Stück führte.
Dieses spielt auf zwei Zeitebenen und beleuchtet zum einen das Leben der Widerstandskämpferin Sophie Scholl, zum anderen eine junge Frau in der heutigen Zeit, die (zufälligerweise) den gleichen Namen trägt, sich in einer schwierigen Entscheidungssituation befindet und sich daher mit dem Verhalten und den Entscheidungen ihrer Namensvetterin auseinandersetzt. Ein sehr eindrückliches und sehenswertes Stück!
So eindrucksvoll, dass sich seitdem eine Zusammenarbeit mit dem Gostner Hoftheater bezüglich der Gestaltung des Unternehmungstages für die 8. Jahrgangsstufe etabliert hat, sodass wir uns jedes Jahr wieder zum Schuljahresende auf eine Klassenzimmerstück-Aufführung an unserer Schule freuen dürfen.
Claudia Häusler/Martina Josnik
Theater-Abo
„Die Aufführung von ‚Per Anhalter durch die Galaxis‘ hat mir sehr gut gefallen. Anfangs war ich gespannt, da ich nicht ganz wusste, was sich unter einem ‚Live-Hörspiel‘ verstehen lässt, bei dem es darüber hinaus nur zwei Darsteller geben sollte. Umso positiver war ich beeindruckt, von der Vielzahl an unterschiedlichen Stimmen, die diese beiden erzeugen konnten. Am besten hat mir die Darstellung der beiden Mäuse gefallen, die jeweils einen unterschiedlichen Akzent hatten. Ich fand es auch spannend zu sehen, mit welchen Gegenständen die zwei Darsteller die verschiedensten Geräusche erzeugen konnten.
Rundum war es ein sehr gelungener Abend und ich freue mich auf die nächsten Aufführungen!“
Lisa Jäger, Q13
„Mir hat die erste Aufführung, ein Live-Hörspiel von ‚Per Anhalter durch die Galaxis‘, sehr gut gefallen. Die schauspielerischen Leistungen der beiden Darsteller waren großartig. Besonders beeindruckt war ich von den Arten, wie sie ihre Stimmen verstellten und teils mit Dialekten und Akzenten sprachen, um auf diese Weise verschiedene Figuren zu verkörpern, aber auch Mimik und Gestik haben den Besuch des Stücks für mich zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht. Insgesamt war es ein sehr unterhaltsamer Abend!“
Johanna Voigt, Q13
Susanne Schmidtlein
Foto: Henrik Stelter/Schauspiel Erlangen:
Bookslam - Wenn Lesen zur Bühne wird
Viele Jugendliche verlieren in der Pubertät die Lust am Lesen. Studien belegen, dass dieses Nachlassen des Interesses besonders häufig bei Jungen auftritt und langfristig die Lesefähigkeit beeinträchtigen kann. Als Schule sehen wir es daher als unsere Aufgabe, dieser Entwicklung bewusst entgegenzuwirken und neue Impulse für das Lesen zu setzen.
Mit dem Bookslam wurde im Schuljahr 2023/2024 ein modernes Leseförderkonzept erprobt, das genau an den Bedürfnissen von Jugendlichen ansetzt. Ziel ist es, Lesen wieder attraktiv zu machen – nicht durch Pflichtlektüren, sondern durch Eigenwahl, Kreativität und gemeinsames Erleben.
Lesen anders gedacht
Klassischer Unterricht allein reicht in diesem Alter oft nicht mehr aus, um Lesemotivation zu fördern. Der Bookslam geht deshalb andere Wege: Die Schülerinnen und Schüler wählen Bücher, die sie wirklich interessieren, arbeiten in Teams zusammen und präsentieren ihre Lektüre in einer selbst gestalteten Performance. Dabei stehen Austausch unter Gleichaltrigen, Individualität und kreative Ausdrucksformen im Mittelpunkt.
Ganz nebenbei werden wichtige Kompetenzen gestärkt: Neben dem Lesen selbst trainieren die Jugendlichen Teamarbeit, Selbstorganisation, Selbstbewusstsein und Präsentationsfähigkeit.
Bücher, die Jugendliche erreichen
Die Buchauswahl orientiert sich an den tatsächlichen Lesegewohnheiten und Interessen der Klassen. Grundlage ist eine Umfrage zu Beginn des Schuljahres, deren Ergebnisse in die Zusammenstellung der Titel einfließen. Berücksichtigt werden aktuelle Jugendbücher aus unterschiedlichen Genres – auch solche, die sonst selten im Deutschunterricht gelesen werden, wie spannende oder actionreiche Geschichten. So finden auch weniger lesebegeisterte Schülerinnen und Schüler einen passenden Zugang.
Vier Schritte zum großen Auftritt
Der Bookslam ist über mehrere Wochen angelegt und gliedert sich in vier aufeinander aufbauende Phasen:
- Startphase: Die Klassen lernen eine Auswahl neuer Jugendbücher auf spielerische Weise kennen und entscheiden sich für einen Titel, den sie allein oder im Team präsentieren möchten.
- Lese- und Ideenphase: Das gewählte Buch wird gelesen, erste Präsentationsideen entstehen, unterstützt durch Austauschzeiten im Unterricht.
- Klassenslam: Innerhalb der Klasse werden die besten Beiträge ausgewählt, die sich für den großen Auftritt qualifizieren.
- Finale: Vor der gesamten 7. und 8. Jahrgangsstufe präsentieren die Klassensieger ihre Bookslams. Das Publikum entscheidet über den Schulsieger.
Nachhaltiger Effekt
Nach dem Finale stehen alle vorgestellten Bücher in der Schulbibliothek zur Ausleihe bereit. Dadurch entstehen neue Anreize zum Weiterlesen – insbesondere für jüngere Jahrgänge, die die Bücher im Unterricht oder in freien Lesezeiten nutzen können.
Unser Ziel: Jugendlichen zeigen, dass Lesen mehr sein kann als eine Pflicht – nämlich eine persönliche Entdeckung mit Bühne, Stimme und eigener Meinung.
Felix Grießhammer
Autorenlesungen
Petra Lihocky
AG Leseclub
Der Leseclub am EvBG steht allen Schülerinnen und Schülern der 5. bis 8. Jahrgangsstufe offen. Wir treffen uns alle zwei Wochen am Dienstagnachmittag von 14.00 bis 15.30 Uhr in lockerer Atmosphäre in der Bibliothek.
Dort machen wir es uns beim Lesen gemütlich, diskutieren über Bücher, spielen Spiele und lassen unserer Kreativität beim Zeichnen, Schreiben oder Basteln freien Lauf. Besondere Highlights sind selbstbestimmt gestaltete Events und vielfältige Aktivitäten rund ums Lesen.
An erster Stelle steht dabei immer die Freude an der gemeinschaftlichen Beschäftigung mit Literatur.
Neue Mitglieder sind im Leseclub jederzeit willkommen! Aktuelle Informationen gibt es am Eingang der Bibliothek am Schwarzen Brett. Ich freue mich auf euch!
Petra Lihocky (Kontakt: lihocky@evbg.de)
StD Gerald Meier und StRin Martina Josnik
Lektürenübersicht nach Klassen
5. Klassen:
Dell, Die Insel der blauen Delphine
Ende, Der Wunschpunsch
Girod, Mission Roboter
Preußler, Krabat
6. Klassen:
Preußler, Krabat
Weger, Ein Krokodil taucht ab und ich hinterher
Westhoff, Das Buch der seltsamen Wünsche
7. Klassen:
Ende, Die unendliche Geschichte
Köhlmeier, Die Nibelungen – neu erzählt
Melville, Mobby Dick
8. Klassen:
Collins, Die Tribute von Panem
Orwell, 1984 (Kinderausgabe)
Rhue, Die Welle
9. Klassen:
Boje, Dunkelnacht
Collins, Die Tribute von Panem
Dürrenmatt, Der Besuch der alten Dame
Rhue, Die Welle
10. Klassen:
Kehlmann, Ruhm
Von Schirach, Terror
Zeh, Corpus Delicti
11. Klassen:
Lessing, Nathan der Weise
Schiller, Die Räuber